Eine Generation - 800 Euro in Italien, 700 in Griechenland und 300 Euro oder noch weniger in anderen Ländern der Europäischen Union.
Voller Überzeugung erklärte uns Henri Ford zu Beginn des 20. Jahrhunderts, er bezahle seine Arbeiter so, dass sie sich seine Autos leisten könnten. Heute, ungefähr ein Jahrhundert später, wäre es schön, würde diese Einstellung in der Wirtschaft immer noch gelten, auch wenn die Priorität jedoch vielleicht nicht der Kauf von Autos wäre. Auch wenn ein optimistischer Blick auf die Wirtschaft nicht schadet, vor allem die finanzielle Lage der jungen Generationen wird immer schwieriger. Wie soll man selbstständig werden, eine Wohnung und eine Arbeit finden, wenn auch die Familie keine finanzielle Unterstützung bieten kann? Dazu kommt die Finanzkrise, die alles noch komplizierter macht. In Irland stieg die Arbeitslosenrate der unter 25-jährigen innerhalb eines Jahres von 9,4% auf 18,4%, ist Estland von 7,5% auf 21,9%. Wir können mit unserem Leben in der Wohngemeinschaft zufrieden sein, Billigurlaub machen und von den neuen Möglichkeiten profitieren, aber die Prekarität, von der vor allem die Schwächsten unter uns betroffen sind, darf nicht vergessen werden. Es muss sich dringend etwas ändern. Demonstrationen in ungewohntem Ausmaß finden auf unserem Kontinent statt. Das Ende des Jahres 2008 war von einer regelrechten Protestwelle geprägt. Die Unzufriedenheit ist, zunächst in Griechenland, dann in Lettland und Bulgarien, zum Dauerzustand geworden. Weiß man außerdem über die Lage in Italien oder Frankreich Bescheid, dann wird schnell klar, dass Europa ins Wanken geraten ist. Die Opfer, die bisher von den Betroffenen erbracht wurden, können aber nur akzeptiert werden, wenn sicher ist, dass das Wirtschaftssystem, dessen Schwächen mittlerweile bekannt sind, geändert wird.
Die diesbezüglichen Fortschritte sind aber immer noch sehr gering. Gerade in solch schweren Zeiten müssen wir uns deshalb solidarisch zeigen. Das ist unsere Pflicht.