Ist der Beruf eines jungen Landwirts in Gefahr und wenn ja, warum?
Sie sind mit Leidenschaft dabei, in ihren Traditionen verwurzelt, über das Internet vernetzt und immer noch begeistert von der Idee, ihren Beruf bekannt zu machen, indem sie sich jeden Tag ein bisschen mehr der Zukunft öffnen – die europäischen Landwirte sind in der Hinsicht paradox, als sie von jahrhundertealten Kenntnissen profitieren, um den Weg für eine neue Landwirtschaft zu bereiten: die Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts.
Das heißt also: ein endgültiger Bruch mit der zügellosen Gewinnorientiertheit, die immer weniger Rücksicht nimmt, auf die oft verheerenden sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Folgen. Vielmehr bedarf es eines solideren und gerechteren Modells, das von allen verstanden wird.
In einem Europa, in dem momentan nur 7% der Landwirte unter 35 Jahre alt sind und 50% älter als 55, ist entschiedenes politisches Handeln gefragt. Die Herausforderung ist nicht gerade klein.
Im Osten und im Westen nehmen viele junge Menschen große Anstrengungen auf sich, um den Beruf ausüben zu können, den sie als ihre Berufung sehen. Denn trotz mehrerer Reformen bleibt die gemeinsame, europäische Agrarpolitik der einzige Hoffnungsträger und einziger Ansatzpunkt für Veränderungen.
Die Erleichterung des Berufseinstiegs für junge Landwirte, mehr Transparenz im Bereich der Agrarsubventionen und im Weiterverkauf durch die Großhändler, Förderung der lokalen Landwirtschaft (nach Jahreszeiten ausgerichtet, keine Überbewirtschaftung der Felder) von Betrieben, die mit ihren Anbaumethoden die Jahreszeiten, die Felder und das Wohlergehen anderer respektieren – die Probleme sind stark miteinander verknüpft.
Zusammenfassend muss also festgehalten werden, dass es an der Zeit ist, vor allem die jungen Landwirte ins Zentrum der Debatte zu rücken, um es mit einem Begriff aus der Landwirtschaft auszudrücken, „die Jugend vor den Karren“ zu spannen. Das ist das Ziel, das sich Generation 112 steckt. Und gehandelt werden muss dringend.